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Wer holt die Sitze von Wüthrich und Pardini zurück?

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Die SP Kanton Bern steigt mit 48 sehr starken und vielfältigen Kandidierenden in die Nationalratswahlen 2023. Spannend wird sein, wer von den Neuen den Sprung in den Nationalrat schafft und die beiden Sitze von Adrian Wüthrich und Corrado Pardini zurückholt. Weiter beschloss der Parteitag zweimal die Nein-Parole zu den beiden Umfahrungsstrassen im Oberaargau und Emmental.

Cédric Wermuth, Co-Präsident der SP Schweiz, stimmte den Parteitag persönlich auf die kommenden Wahlen ein: Die SP ergreift Partei für eine soziale Schweiz, die die Kaufkraft stärkt, die Klimakrise bekämpft und die Gleichstellung voranbringt. Im Anschluss nominierte der Parteitag 48 Kandidierende für die Frauen- und die Männerliste. Die getrennten Listen entsprechen seit Jahren einem Wunsch der Wählenden und garantieren die Parität bei den Gewählten. Da die geschlechterspezifische Unterteilung in Frauen und Männer aber manche Menschen ausschliesst, wurde vom Parteitag der folgende Listenname beschlossen: «SP Frauen (bzw. Männer) und Queer, JUSO und Gewerkschaften».

Die Kandidaturen auf den beiden Listen stammen aus dem ganzen Kanton, sind breit vernetzt und erfahren. Die grosse Frage ist, wer von den Neuen den Sprung in den Nationalrat schafft und die beiden Sitze von Adrian Wüthrich und Corrado Pardini zurückholt. An der Spitze treten die vier Bisherigen Matthias Aebischer sowie Flavia Wasserfallen, Nadine Masshardt und Tamara Funiciello an. Gefolgt von den frankophonen Spitzenkandidaturen Grossrätin Sandra Roulet und Grossrat Karim Saïd sowie den beiden JUSOS Sofia Fisch und Jakub Walczak. Danach folgen in umgekehrt alphabetischer Reihenfolge alle anderen Kandidierenden mit bekannten Namen wie alt Nationalrat Adrian Wüthrich und dem ehemaligen Kassensturz-Moderator Ueli Schmetzer sowie den Grossrätinnen Andrea Zryd und Ursula Zybach, die schon 2019 Spitzenresultate erreichten.

In einem zweiten Teil fasste der Parteitag die Parolen für die Abstimmungen vom 12. März. Während die beiden Verfassungsänderungen nahezu unbestritten waren, gab es bei den beiden Umfahrungsstrassen im Oberaargau und Emmental einige wenige Ja-Stimmen und mehrere Enthaltungen. Die klare Mehrheit folgte aber der GL und beschloss für beide Baukredite die Nein-Parolen. Weiter wählten die Delegierten mit alt Grossrätin Béatrice Stucki als Vertreterin der SP 60+, mit Vanessa Bieri als Vertreterin der SP Frauen und mit Jakub Walczak als Genderfachperson drei neue Mitglieder in die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern.


Alle 48 Nationalratskandidierende der SP Kanton Bern

Verstoss gegen Gemeindeautonomie

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Der Berner Regierungsrat will Gemeinden zwingen können, Videoüberwachungskameras zu installieren. Die SP Kanton Bern lehnt diesen Verstoss gegen die Gemeindeautonomie klar ab. Grundsätzlich stellt sich die SP gegen eine weitere Ausdehnung der Videoüberwachung und lehnt deshalb auch die generelle Einführung von Bodycams ab.

Für die SP Kanton Bern ist eine gut funktionierende und mit den nötigen Mitteln und Kompetenzen ausgestattete Kantonspolizei unerlässlich für die Berner Bevölkerung. Die Kantonspolizei ist ein wichtiger Bestandteil des Service public. Für die SP bedeutet das aber auch, dass möglichst minimale Interventionen in die Grundrechte der Bevölkerung erlaubt sein sollen, damit die Sicherheit immer im Dienst der Bevölkerung steht. Die SP Kanton Bern begrüsst deshalb die vorliegende Teilrevision des Polizeigesetzes im Grundsatz. Insbesondere begrüsst sie, dass die diskriminierenden Bestimmungen gegen Fahrende gestrichen werden und die Arbeitsbedingungen der Polizist:innen verbessert werden.

Allerdings enthält die Revision auch Punkte, die die SP klar ablehnt. Dazu gehört insbesondere der neue Artikel, mit dem der Kanton Gemeinden zwingen kann, Gebiete per Video zu überwachen. Die SP lehnt diesen kantonalen Zwang zur Videoüberwachung in aller Deutlichkeit ab. Sie erachtet die vorgeschlagene Regelung als klare Missachtung der Gemeindeautonomie. Nicht nur gibt sie dem Regierungsrat die Kompetenz Videoüberwachungen gegen den Willen der betroffenen Gemeinden zu installieren, sondern sie überbürdet den betroffenen Gemeinden auch noch die Kosten dafür. Edith Siegenthaler, Grossrätin und Vizepräsidentin der Sicherheitskommission, sagt: «Der Zwang zur Videoüberwachung verstösst klar gegen die Gemeindeautonomie. Über die Installation von Videoüberwachungskameras soll die Gemeinde und damit die direkt betroffene Bevölkerung entscheiden.»

Weiter lehnt die SP den neuen Artikel für Bodycams ab. Grundsätzlich fände es die SP zwar sinnvoll, das Pre-Recording auf gesetzlicher Ebene zu verankern. Allerdings wird mit diesem Artikel durch die Hintertüre auch der generelle Einsatz von Bodycams vorgesehen, was die SP ablehnt. Videoüberwachung stellt immer einen Eingriff in die Grundrechte der gefilmten Personen dar, was nicht leichtfertig eingegangen werden sollte. Das Filmen von Einzelpersonen ist heute im Polizeigesetz nur im Rahmen von Massenveranstaltungen erlaubt. Die SP ist gegen eine weitere Ausdehnung der Videoüberwachung und lehnt deshalb den vorliegenden Bodycam-Artikel ab.


Vernehmlassungsantwort zum Polizeigesetz

Entscheid gegen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

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Die bürgerliche Grossratsmehrheit will die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Kanton Bern nicht verbessern und lehnt die Elternzeitinitiative ab. Mit ihrem Nein zu diesem progressiven Anliegen stellen sich die Bürgerlichen von SVP, GLP, FDP und Mitte gegen die Berner Bevölkerung und die Berner Wirtschaft. Dieser Entscheid ist eine verpasste Chance in Zeiten des akuten Fachkräftemangels. Das letzte Wort hat die Berner Stimmbevölkerung.

Die bürgerliche Grossratsmehrheit von SVP, GLP, FDP und Mitte will die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Kanton Bern nicht verbessern und lehnt die Elternzeitinitiative ab. Mit der Elternzeitinitiative soll im Kanton Bern zusätzlich zum eidgenössischen Mutter- und Vaterschaftsurlaub eine Elternzeit von 24 Wochen eingeführt werden. Mit ihrem Nein stellen sich die Bürgerlichen gegen die Berner Bevölkerung und die Berner Wirtschaft. Gemäss einer aktuellen Studie befürwortet nämlich eine klare Mehrheit von 77% die Einführung einer Elternzeit. Und in Zeiten des akuten Fachkräftemangels in vielen Branchen ist eine Elternzeit ein entscheidender Faktor für die Unternehmen.

Trotz den offensichtlichen Vorteilen lehnt die bürgerliche Mehrheit dieses progressive Anliegen ab. Dies hauptsächlich mit den Argumenten, dass Kinder Privatsache seien und eine Elternzeit national geregelt werden müsse. Diese Gegenargumente wirken vorgeschoben und überzeugen nicht. Kinderbetreuung ist auch eine öffentliche Aufgabe, sonst liessen sich Familie und Beruf niemals vereinbaren. Zudem ist es sehr im Interesse der Gesellschaft und der Wirtschaft, dass Eltern unterstützt werden und die Geburtenraten nicht sinken. Zudem wäre es nicht neu, dass progressive Kantone eine Reform zuerst einführen, weil es auf eidgenössischer Ebene nicht vorwärts ging, wie etwa die AHV oder das Frauenstimmrecht exemplarisch zeigen.

Maurane Riesen, Vizepräsidentin der SP Kanton Bern und Mitglied im Initiativkomitee, sagt: «Die Familien brauchen Entlastung in den ersten Wochen nach der Geburt, um Arbeit und Familienleben besser vereinbaren zu können und die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen zu verringern. Elternzeit kommt auch der körperlichen und geistigen Gesundheit von Kindern und Eltern zugute.» David Stampfli, Grossrat und Mitglied im Initiativkomitee, ergänzt: «Im Kanton Bern gibt es einen Fachkräftemangel und die Elternzeit ist ein entscheidender Faktor, um dem zu begegnen. Will der Kanton Bern nicht ins Hintertreffen geraten, muss er für Familien attraktiver werden und in die Zukunft investieren.»

Fachkräftemangel bekämpfen statt Steuergeschenke verteilen

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Die SP-JUSO Fraktion lehnt den Voranschlag 2023 und den Aufgaben und Finanzplan 2024-26 einstimmig ab. Trotz einer massiven Teuerung und einem akuten Fachkräftemangel zeigte sich die bürgerliche Mehrheit nicht bereit, den Angestellten den Teuerungsausgleich zu gewähren. Dabei wären die Mittel durchaus vorhanden wie die geplanten Steuersenkungen zeigen.

Die SP-JUSO Fraktion lehnt den Voranschlag 2023 und den Aufgaben und Finanzplan 2024-26 einstimmig ab. Trotz einer massiven Teuerung und einem akuten Fachkräftemangel zeigte sich die bürgerliche Mehrheit von SVP, GLP, FDP und Mitte nicht bereit, den Angestellten den Teuerungsausgleich zu gewähren. Faire Löhne verbessern die Kaufkraft und stärken damit die Berner Volkswirtschaft insgesamt. Ohne Teuerungsausgleich leidet nicht nur die Kaufkraft. Auch der Fachkräftemangel wird sich noch mehr verschärfen, insbesondere im Bildungs- und Pflegebereich, wo der Kanton Bern schon heute einen gewaltigen Nachholbedarf hat.

Dabei wären die Mittel für einen vollen Teuerungsausgleich durchaus vorhanden. So plant die bürgerliche Mehrheit sogar Steuersenkungen. Die SP Kanton Bern hat sich in der Vergangenheit stets gegen Steuersenkungen gewehrt – 2018 sogar erfolgreich mit dem Referendum. Denn Steuersenkungen nützen nur wenigen Vermögenden wirklich etwas – die grosse Mehrheit der Bevölkerung profitiert nicht. Co-Präsident Ueli Egger sagt: «Anstatt den Fachkräftemangel endlich ernsthaft anzugehen und die nötigen Ressourcen bereitzustellen, macht die bürgerliche Mehrheit sogar noch Steuergeschenke, die der breiten Bevölkerung kaum etwas bringen.»

Deutliche Mehrheit für eine Elternzeit

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Eine deutliche Mehrheit von 77% befürwortet die Einführung einer Elternzeit im Kanton Bern. Dies zeigt eine aktuelle repräsentative Studie des Büro Bass. Ganz allgemein sieht eine klare Mehrheit der Befragten Handlungsbedarf bei den Themen Elternzeit und Kinderbetreuung und wünscht sich mehr Entlastung und eine bessere Vereinbarkeit.  

Ein grosser Teil der Berner Bevölkerung sieht Handlungsbedarf bei den Themen Elternzeit und Kinderbetreuung. Dies zeigt eine aktuelle repräsentative Studie des Büro Bass. Demnach befürworten 77% der Teilnehmenden die Einführung einer Elternzeit. Die Befragung zeigt weiter, dass ebenfalls grosse Teile der Teilnehmenden bezüglich der Kinderbetreuung Handlungsbedarf sehen. Zwei Drittel der Teilnehmenden wünschen sich mehr Entlastung für Familien mit Kindern, kostengünstigere und flexiblere Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie ein grösseres Angebot im Vorschulbereich.

Im Frühling 2021 hat das von der SP Kanton Bern geführte Komitee für eine kantonale Elternzeit die Elternzeitinitiative mit rund 20'000 Unterschriften eingereicht. Mit der Elternzeitinitiative soll im Kanton Bern zusätzlich zum eidgenössischen Mutter- und Vaterschaftsurlaub eine Elternzeit von 24 Wochen eingeführt werden. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass eine echte Elternzeit die Beziehung zwischen Eltern und Kind stärkt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert und die Gleichstellung von Frau und Mann fördert. Weiter ist eine Elternzeit in Anbetracht des wachsenden Fachkräftemangels Elternzeit aktueller und wichtiger denn.

Maurane Riesen, Mitglied im Initiativkomitee und Vizepräsidentin der SP Kanton Bern, sagt: «Die repräsentative Studie des Büro Bass bestätigt, dass die Einführung einer kantonalen Elternzeit von einer deutlichen Mehrheit befürwortet wird. Grundsätzlich wünschen sich die Berner und Bernerinnen mehr Entlastung bei der Kinderbetreuung.» Und David Stampfli, Mitglied im Initiativkomitee und Grossrat, ergänzt: «Der Fachkräftemangel wird in der Studie als wichtigstes Argument für eine Elternzeit angegeben. In der aktuellen Situation ist dies wenig überraschend. Es ist Zeit für eine Elternzeit wenn der Kanton Bern und die Berner Wirtschaft nicht ins Hintertreffen geraten wollen.»

Studie
Bevölkerungsbefragung zu Elternzeit und Kinderbetreuung im Kanton Bern

Evi Allemann in den Bundesrat!

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Die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern nominiert Evi Allemann einstimmig für die Bundesratsersatzwahlen. Als Regierungsrätin des zweitgrössten Kantons und langjährige Nationalrätin ist sie hervorragend qualifiziert für das Amt einer Bundesrätin. Evi Allemann bringt sowohl Deutschschweiz und Romandie wie auch Stadt und Land zusammen.   

Die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern nominiert Regierungsrätin Evi Allemann einstimmig für die Bundesratsersatzwahlen zuhanden der SP Schweiz. Als Regierungsrätin des zweitgrössten Kantons und langjährige Nationalrätin ist die 44-jährige Juristin hervorragend qualifiziert für das Amt einer Bundesrätin. Evi Allemann verfügt über ein grosses Netzwerk und ist thematisch sehr breit abgestützt. Als langjährige Umwelt- und Verkehrspolitikerin im Nationalrat und als Regierungsrätin für Inneres und Justiz ist sie für die Nachfolge von Bundesrätin Simonetta Sommaruga geradezu prädestiniert.

Aufgrund ihrer Berner Herkunft bringt Evi Allemann im Bundesrat sowohl Deutschschweiz und Romandie wie auch Stadt und Land zusammen. Selber auf dem Land und in der Agglomeration aufgewachsen und heute in der Stadt wohnhaft kennt sie die unterschiedlichen Lebensrealitäten aus eigener Erfahrung. Mit ihrem Gespür für den Ausgleich kann Evi Allemann den Bundesrat als gesamtes Gremium stärken und vorwärtsbringen. Und als Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern zeigt Evi Allemann, dass sich Familie und ein hohes Exekutivamt vereinbaren lassen. Die Zeit ist reif, dass diese Lebensrealität auch in der Schweizer Landesregierung vertreten ist.

Keine Abstriche bei Löhnen und Klimaschutz!

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Die SP Kanton Bern verlangt, dass im Voranschlag 2023 sowie im Aufgaben und Finanzplan 2024-2026 keine Abstriche bei den Löhnen und beim Klimaschutz gemacht werden. Gute Löhne stärken die Kaufkraft und damit die gesamte Volkswirtschaft. Gleichzeitig muss der Kanton auf die geplanten Steuersenkungen verzichten, da er sich diese schlicht nicht leisten kann.

Die Teuerung trifft die Menschen auch im Kanton Bern. Zusammen mit den steigenden Krankenkassenprämien, Mieten und Energiepreisen sind die Lebenshaltungskosten für viele Berner und Bernerinnen kaum mehr tragbar. Umso wichtiger ist es, dass der Kanton Bern als grösster Arbeitgeber und als Vorbild für das kommende Jahr bei den Löhnen den vollen Teuerungsausgleich gewährt. Gute Löhne verbessern die Kaufkraft und stärken damit die Berner Volkswirtschaft insgesamt. Ohne Teuerungsausgleich würde nicht nur die Kaufkraft leiden. Auch der Fachkräftemangel würde sich noch mehr verschärfen, insbesondere im Bildungs- und Pflegebereich, wo der Kanton Bern schon heute einen gewaltigen Nachholbedarf hat. Co-Präsident Ueli Egger sagt: «Keinen oder nur einen teilweisen Teuerungsausgleich zu gewähren käme einem Lohnabbau gleich und wäre für die SP Kanton Bern inakzeptabel.»

Weiter verlangt die SP, dass der Kanton Bern die dringend notwendigen Massnahmen für mehr Klimaschutz rasch angeht. Damit diese Massnahmen konkret umgesetzt werden können, müssen in der Kantonsverwaltung die nötigen Stellen geschaffen werden. Sonst bleibt der Klimaschutzartikel in der Verfassung nur ein Lippenbekenntnis. Auf der anderen Seite ist es für die SP unhaltbar, dass der Kanton Bern weiterhin an den geplanten Steuersenkungen festhält. Steuersenkungen nützen der breiten Bevölkerung wenig, wirklich profitieren nur die höchsten Einkommen. Andrea Rüfenacht, Vizepräsidentin der Finanzkommission, sagt: «Der Kanton Bern kann sich diese Steuergeschenke ohnehin nicht leisten, wenn er seine Aufgaben seriös wahrnehmen will. Wenn aber auch noch die Nationalbank weniger Geld ausschüttet, dann droht der Bevölkerung das nächste Abbauprogramm!»

Mit der Elternzeit gegen den Fachkräftemangel

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Rund 20'000 Personen verlangen mit der Elternzeitinitiative die Einführung einer Elternzeit im Kanton Bern. Heute hat die vorberatende Kommission dazu Stellung bezogen. Mit ihrer ablehnenden Haltung stellt sich die Kommissionsmehrheit sowohl gegen die Berner Bevölkerung als auch gegen die Berner Wirtschaft. Denn in Anbetracht des akuten Fachkräftemangels in verschiedenen Branchen ist das Anliegen einer Elternzeit wichtiger denn je.

Mit der Elternzeitinitiative soll im Kanton Bern zusätzlich zum eidgenössischen Mutter- und Vaterschaftsurlaub eine Elternzeit von 24 Wochen eingeführt werden. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass eine echte Elternzeit die Beziehung zwischen Eltern und Kind stärkt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert und die Gleichstellung von Frau und Mann fördert. Dies wäre ein riesiger Fortschritt für die Berner Bevölkerung. Mit ihrer ablehnenden Haltung stellt sich die Kommissionsmehrheit sowohl gegen die Berner Bevölkerung als auch gegen die Berner Wirtschaft. Zwar anerkennt auch die Kommissionsmehrheit die Vorteile einer Elternzeit für die Familien und die Förderung der Gleichstellung. Sie scheut aber die Kosten und möchte nicht als erster Kanton vorangehen.

Maurane Riesen, Mitglied im Initiativkomitee und Vizepräsidentin der SP Kanton Bern, sagt: «Eine echte Elternzeit ist entscheidend für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unternehmen und Mitarbeitende wollen familienfreundliche Rahmenbedingungen. In Anbetracht des wachsenden Fachkräftemangels in verschiedenen Branchen ist eine Elternzeit aktueller und wichtiger denn je.»

Anna Tanner, Co-Präsidentin der SP Kanton Bern, betont: «Es ist nichts Neues, dass die Kantone bei der Einführung von sozialen Reformen vorangehen, so zum Beispiel bei der AHV oder dem Frauenstimmrecht. Solange es auf eidgenössischer Ebene nicht vorwärtsgeht mit der Elternzeit, müssen fortschrittliche Kantone eine Pionierrolle einnehmen.»

David Stampfli, Mitglied im Initiativkomitee und Parteisekretär, ergänzt: «Das Kostenargument ist vorgeschoben. Modellrechnungen zeigen, dass der volkswirtschaftliche Nutzen einer Elternzeit die Kosten aufwiegt. Denn dank der Elternzeit steigt vor allem bei den Frauen die Erwerbsquote, was genügend zusätzliche Steuereinnahmen einbringt, um die Kosten der Elternzeit zu decken.»

Mit neuer Parteileitung in die Nationalratswahlen

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Die SP Kanton Bern hat an ihrem heutigen Parteitag Mirjam Veglio als Co-Präsidentin verabschiedet und ihre riesige Arbeit gewürdigt. Im Anschluss wählten die Delegierten das neue Co-Präsidium mit Anna Tanner und Ueli Egger sowie die neuen Vizes Maurane Riesen und Michael Grossenbacher. Mit der neu zusammengesetzten Parteileitung will die SP Kanton Bern bei den kommenden Nationalratswahlen wieder gewinnen.

Zu Beginn bedauerte der Parteitag den Rücktritt von Bundesrätin Simonetta Sommaruga und verdankte ihr riesiges Engagement im Bundesrat. Im Hinblick auf eine allfällige Bundesratskandidatur aus der SP Kanton Bern hat der Parteitag der Geschäftsleitung die Kompetenz für eine Nomination übertragen.

Nach vier Jahren im Amt wurde Mirjam Veglio mit grossem Applaus als Co-Präsidentin der SP Kanton Bern verabschiedet und ihre langjährige Arbeit gewürdigt. Gemeinsam mit Ueli Egger hat Mirjam Veglio die Kantonalpartei mit viel Geschick und Umsicht durch die vergangenen vier Jahre geführt. Auch in schwierigen Phasen motivierte sie die Mitglieder und Sektionen mit ihrer unkomplizierten und humorvollen Art. Besonders grosse Erfolge waren für Mirjam Veglio die Wiederwahl von Ständerat Hans Stöckli 2019 und die erfolgreiche Unterschriftensammlung der kantonalen Elternzeitinitiative. Es gab aber auch Rückschläge wie die Grossratswahlen 2022, wo Mirjam Veglio selber die Wiederwahl verpasste. Unterdessen konnte sie aber wieder in den Grossen Rat nachrutschen, wo sie sich weiterhin für eine konsequent soziale Politik einsetzen will.

Anschliessend wählten die Delegierten das neue Co-Präsidium, bestehend aus dem bisherigen Co-Präsidenten Ueli Egger und Anna Tanner, der bisherigen Vizepräsidentin. Anna Tanner ist 33-jährig, lebt in Biel und ist Mitglied des Bieler Stadtrats. Als neue Co-Präsidentin übernimmt sie die Wahlkampfleitung bei den Nationalratswahlen 2023. Anna Tanner sagt: «In Zeiten von steigenden Krankenkassenprämien und Strompreisen braucht es eine starke SP mehr denn je. Wir werden alles daran setzen, dass die SP bei den Nationalratswahlen wieder gewinnt.» Neu in die Parteileitung gewählt wurden als Vizes Maurane Riesen aus la Neuveville und Michael Grossenbacher aus Boll. Die 31-jährige Grossrätin und Epidemiologin sowie der 48-jährige Moderator und Autor sind hochmotiviert gemeinsam mit dem neuen Co-Präsidium sowie der bisherigen Vizepräsidentin Manuela Kocher die SP Kanton Bern in die eidgenössischen Wahlen 2023 zu führen. 

Weiter wählten die Delegierten die Ständeratskandidatin Flavia Wasserfallen neu in die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern. Sie ersetzt dort den amtierenden Ständerat Hans Stöckli. Zum Schluss stellte die JUSO Kanton Bern die neue Initiative der JUSO Schweiz vor, die eine sozialgerechte Finanzierung von Klimamassnahmen verlangt.

Maurane Riesen und Michael Grossenbacher neu in die Parteileitung der SP Kanton Bern

Aus dem Präsidium, Medienmitteilung

Die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern empfiehlt dem Parteitag vom 2. November 2022 Maurane Riesen und Michael «Grosi» Grossenbacher zur Wahl ins Vizepräsidium. Zusammen mit dem neuen Co-Präsidium Anna Tanner und Ueli Egger sowie der bisherigen Vizepräsidentin Manuela Kocher sollen sie die SP Kanton Bern in die eidgenössischen Wahlen 2023 führen.

Die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern empfiehlt dem Parteitag vom 2. November 2022 Maurane Riesen und Michael Grossenbacher zur Wahl ins Vizepräsidium. Sie sollen die im Sommer zurückgetretenen Vizes Tanja Bauer und Hervé Gullotti ersetzen. Weitere Kandidaturen sind keine eingegangen. Mit den beiden neuen Vizes zeigt die SP Kanton Bern ihre grosse Breite auf und bindet zwei Mitglieder ein, die auch andere Blickwinkel mitbringen. Zusammen mit dem neuen Co-Präsidium Anna Tanner und Ueli Egger sowie der bisherigen Vizepräsidentin Manuela Kocher sollen Michael Grossenbacher und Maurane Riesen die SP Kanton Bern in die eidgenössischen Wahlen 2023 führen.

Maurane Riesen ist seit 2018 Grossrätin und lebt mit ihrer Familie in La Neuveville. Die 31-Jährige ist studierte Epidemiologin und arbeitet beim Bundesamt für Umwelt. Obwohl Riesen zuerst für den Parti Socialiste Autonome (PSA) politisierte, arbeitet sie schon länger eng mit der SP zusammen. So ist sie seit ihrer Wahl in den Grossen Rat Teil der SP-JUSO-Fraktion und lancierte 2020 die kantonale Initiative für eine Elternzeit mit. Nachdem sich die Jurafrage mit dem beschlossenen Weggang von Moutier endgültig geklärt hat, sieht Riesen ihre politische Zukunft im Kanton Bern und ist deshalb der SP Kanton Bern beigetreten. Maurane Riesen sagt: «Als Vizepräsidentin möchte ich dazu beitragen, dass sich die Linke im Berner Jura wieder vereint und stärker wird. Darüber hinaus setze ich mich für eine echte Elternzeit und eine gute Gesundheitsversorgung ein.» 

Michael Grossenbacher, auch bekannt als «Grosi» der Berner Gruppe Bagatello, ist parteipolitisch ein Quereinsteiger. Politisch engagiert sich der Moderator und Autor aber schon lange, so etwa in der humanitären Hilfe für Geflüchtete in Griechenland. Der 48-Jährige lebt mit seiner Familie in Boll bei Bern. Aktuell leitet der Kommunikationsexperte zwei Projekte im Bereich der Digitalisierung und arbeitet zudem als Geschäftsführer der Eventmacher GmbH. Der ausgebildete Primarlehrer verstand sich bisher als sehr aktives Basismitglied und übt gern auch einmal Kritik an der eigenen Partei. Michael Grossenbacher sagt: «Für mehr soziale Gerechtigkeit braucht es eine starke SP – auch auf dem Land und in den Agglomerationen. Als Vizepräsident möchte ich insbesondere die Stimme der ländlichen SP Kanton Bern sein. Denn gerade in den weniger urbanen Regionen haben wir noch ein grosses Wachstumspotential.»