«Mehr Tempo beim Klimaschutz»

Avatar of Adminis Adminis - 15. November 2021 - Magazin links

Regierungsrat Christoph Ammann hat als Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektor des Kantons Bern in den letzten vier Jahren grosse Umbrüche erlebt und mitgestaltet. Er wünscht sich künftig eine rot-grüne Mehrheit im Kanton Bern, um Innovation, Klimaschutz und eine nachhaltige Wirtschaft stärker voranzubringen.
 

Was konntest Du in den letzten vier Jahren als Regierungsrat bewegen? Auf was bist du besonders stolz?

In meinem Präsidialjahr brach die Corona-Pandemie aus. Das war eine grosse Herausforderung und verlangte allen Verantwortlichen einen hohen Einsatz, Flexibilität, starke Nerven und Empathie ab. Die Gesundheit der Menschen stand im Zentrum, gleichzeitig ging es darum die Wirtschaft zu unterstützen und Arbeitsplätze zu erhalten. Wir haben innert kürzester Zeit eine Flut von Kurzarbeits-Gesuchen bearbeitet und den Vollzug der Härtefall-Unterstützung für unsere Unternehmen aus dem Boden gestampft. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in dieser schwierigen Situation sehr gute Arbeit geleistet, darauf bin ich stolz.

Was motiviert Dich, für weitere vier Jahre anzutreten?

Seit meiner Wiederwahl 2018 ist die Welt eine andere geworden. Die Covid-Pandemie, das grössere Bewusstsein für den Klimawandel, die Wahlen in den USA und die ganzen Vorkommnisse bei der Amtsablösung von Präsident Trump: Das sind nur einige Beispiele dafür, dass in den letzten vier Jahren viele Gewissheiten erschüttert wurden. Doch auch Neues wurde möglich, denken wir nur an die Klimabewegung. Diesen Wandel müssen wir unbedingt nutzen und aktiv gestalten. Die letzten Jahre haben eindrücklich gezeigt, dass die Möglichkeiten der politischen Gestaltung doch grösser sind, als viele dachten.

Auch im direkten Umfeld. Meine Direktion ist gewachsen: Zu den Bereichen Wirtschaft, Arbeit, Landwirtschaft, Naturschutz und Wald kamen Umwelt und Energie hinzu. Das macht es spannend und ermöglicht uns zum Beispiel beim Klimaschutz vorwärts zu machen.

Du hast im September die Abstimmung zum Klimaartikel gewonnen. Wie geht es nun weiter?

Das klare Ja gibt uns Rückenwind. Das ist auch nötig: Wir haben weltweit und auch hier bei uns immense Herausforderungen zu bewältigen: Klimakrise, Artensterben, Digitalisierung. Nur wenn es uns gelingt, durch Innovation unsere Wirtschaft so aufzustellen, dass sie nachhaltiger produziert, werden wir langfristig eine florierende Wirtschaft und gute Arbeitsplätze in einer intakten Umwelt haben. Wir haben in meiner Direktion eine Umweltstrategie erarbeitet und wir wollen mit dem Energiegesetz vorankommen. Die Wirtschaft, wir alle, sind auf genügend Energie angewiesen – und zwar auf erneuerbare Energie.

SP und Grüne gehen in die Offensive und wollen die Regierungsmehrheit zurückholen. Warum ist das wichtig und hat dieses Ansinnen eine Chance?

Die Zusammenarbeit in der Regierung ist fair, das Klima angenehm. Aber bei wichtigen Themen haben wir im bürgerlich dominierten Gremium keine Mehrheit, etwa in sozialen Fragen, bei der Gleichstellung, teilweise auch bei umwelt- und energiepolitischen Themen. Eine rot-grüne Mehrheit würde andere Akzente setzen. Deshalb lohnt es sich, dass wir uns für diese Wende einsetzen. Das wird nicht einfach. Aber es ist möglich, wenn wir sehr geschlossen auftreten. Wir drei Bisherigen haben gute Arbeit geleistet und bringen viel Erfahrung und Kompetenz mit. Und Erich Fehr hat als Stadtpräsident von Biel ebenfalls Regierungserfahrung und Macherqualitäten. Ich finde, unser Viererticket lässt sich sehen. Ich freue mich auf den Wahlkampf gemeinsam mit euch allen.

Interview: Hannes Rettenmund

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