2021 – Ein feministisches Jubiläumsjahr

Avatar of Adminis Adminis - 14. Juni 2021 - Magazin links

Im Jahr 2021 fallen gleich mehrere Jubiläen der feministischen Bewegung zusammen. Vor 50 Jahren, am 7. Februar 1971 wurde das nationale Stimm- und Wahlrecht für die Frau eingeführt. Zehn Jahre später 1981, vor 40 Jahren, kam die Gleichstellung von Frau und Mann in die Bundesverfassung. Aber auch mit dem Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung ging die soziale und ökonomische Gleichstellung viel zu schleppend voran. Deshalb gingen am 14. Juni 1991, genau vor 30 Jahren, schweizweit Frauen unter dem Motto «Wenn Frau will steht alles still» auf die Strasse und forderten die effektive Umsetzung des Gleichstellungsartikels. Auch heute, im Jahr 2021 ist die feministische Bewegung aktiver denn je und fordert Chancengleichheit, Anerkennung und Respekt für alle Geschlechter. Sie fordert unermüdlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit sowie die Anerkennung und Entlöhnung der im Moment noch unbezahlten Care Arbeit.

Ein Blick zurück

Um das historische Ereignis, die Einführung des nationalen Frauenstimmrechts, gebührend zu feiern, haben wir am 6. Februar 2021 eine Podiumsdiskussion mit Filmausschnitten des Films «die Göttliche Ordnung» organisiert. Der Anlass war ein voller Erfolg, rund 160 Menschen verfolgten den Stream. Auf dem Podium diskutierten die ehemalige SP-Nationalrätin und Zeitzeugin Susanne Leutenegger Oberholzer, Juso-Präsidentin Ronja Jansen und die Geschichtsprofessorin der Universität Basel, Caroline Arni über die Geschehnisse von damals. Aber nicht nur die Geschehnisse von damals waren Thema, es wurde auch über die Auswirkungen der politischen Mitsprache der Frauen und die feministische Agenda von heute diskutiert.

Was steht an?

Wagen wir einen Blick in die Zukunft, denn es gibt, neben dem vielen Unabwägbaren durchaus auch Sicherheiten. Sicher ist, wir werden am 14. Juni wieder gemeinsam auf die Strasse gehen und zusammen ein Zeichen setzen, in welcher Form auch immer. Die Planung ist im Gange, wir werden euch bald in unsere Pläne einweihen. Was ebenfalls sicher ist, dass im Moment auch gute Ausstellungen besucht werden können. So lohnt sich unter anderem ein Besuch im Historischen Museum, wo die Ausstellung «Frauen ins Bundeshaus!» besichtigt werden kann.

Sicher ist auch, dass wir noch lange über Frauenrechte sprechen und schreiben werden, denn sie sind noch immer keine Selbstverständlichkeit; weltweit nicht und auch in der Schweiz nicht. Wir werden in den nächsten Jahren für die Individualbesteuerung kämpfen, uns dafür einsetzen, dass Frauen endlich höhere und faire Rente kriegen (erst dann sind wir bereit für die Erhöhung des Rentenalters), dass das Sexualstrafrecht endlich revidiert wird und die unbezahlte Care Arbeit monetär entschädigt wird. Zu guter Letzt, setzen wir uns auch dafür ein, dass die Wirtschaft in die Verantwortung genommen wird und flexible Arbeitsmodelle geschaffen werden, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alle eine Realität wird. Wir bleiben am Ball und wünschen euch ein spannendes Frauenjahr!

SP Frauen Kanton Bern
Niamh Oeri und Kornelia Hässig

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