Grosse Skepsis gegenüber einer Olympiakandidatur 2026

Avatar of Adminis Adminis - 18.10.2017 - Medienmitteilung

Die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern hat ihre Haltung zu einer allfälligen Olympiakandidatur 2026 diskutiert. Sie steht diesem Grossanlass sehr skeptisch gegenüber. Für eine definitive Beurteilung soll das Detailkonzept der Kandidatur abgewartet werden. Die Geschäftsleitung beharrt darauf, dass das Volk über eine Kandidatur entscheiden kann. Zudem hat sie strenge Kriterien bezüglich Kosten, Nachhaltigkeit und Mitsprache der Bevölkerung definiert.

Seit geraumer Zeit wird eine Kandidatur für die Winterolympiade 2026 vorbereitet. Da der Kanton Bern gemäss Konzept als Austragungsort vorgesehen ist, hat die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern ihre Haltung zu einer allfälligen Kandidatur diskutiert. Der abschliessende Entscheid obliegt zu einem späteren Zeitpunkt einem kantonalen Parteitag.

Die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern stellt strenge Anforderungen an eine allfällige Olympiakandidatur. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass eine ähnliche Vorlage von der Berner Stimmbevölkerung erst vor 15 Jahren mit einer Dreiviertelmehrheit abgelehnt wurde. Deshalb ist es für die SP Kanton Bern oberstes Gebot, dass sich die Bevölkerung auch diesmal abschliessend zu einer Kandidatur äussern kann. Dabei geht es nicht nur um die Kosten, sondern auch um einen Grundsatzentscheid, ob überhaupt eine Bewerbung für einen solchen Grossanlass eingereicht werden soll.

Weiter müsste die Winterolympiade 2026 bezüglich Nachhaltigkeit in ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht neue Massstäbe setzen. Gerade bei der Infrastruktur soll möglichst schon Bestehendes verwendet werden; allfällige Neubauten müssen auch nach den Spielen weitergenutzt werden können. Zudem braucht es einen partizipativen Einbezug der Bevölkerung sowie vollkommene Transparenz bei allen direkten und indirekten Kosten. Die SP Kanton Bern wehrt sich entschieden dagegen, dass die Bevölkerung nichts von allfälligen Gewinnen hat und nur hohe Kosten tragen muss. Die Ausgaben für die öffentliche Hand müssen deshalb auf ein Minimum beschränkt werden und dürfen keinesfalls zu Sparmassnahmen in anderen Bereichen führen.

Insgesamt steht die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern einer Olympiakandidatur sehr skeptisch gegenüber. Es bestehen Zweifel, dass die Anforderungen bezüglich ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Nachhaltigkeit vollumfänglich erfüllt werden können. Und schliesslich wären zusätzliche Ausgaben für eine Olympiade angesichts der geplanten massiven Abbaumassnahmen bei der Bildung, der Gesundheit und im Sozialbereich nur schwer verständlich.

Positionspapier zu Olympia 2026

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